Sprachliche Interaktion zwischen Eltern und ihren Kindern

In dieser Studie untersuchen wir kindgerichtete Sprache in alltäglichen, natürlichen Situationen, wie sie bei Ihnen zu Hause stattfindet.

Leitung: Prof. Dr. Bettina Braun
Mitarbeit, Koordination: Dr. Katharina Zahner, Moritz Jakob

Wen suchen wir?

Für diese Studie suchen wir zur Zeit Familien mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren.

Worum geht es in der Studie?

Kinder erwerben ihre Muttersprache ohne große Mühe, mit einer scheinbaren Selbstverständlichkeit. Dafür ist der sprachliche Input, den ein Kind aus seinem Umfeld bekommt, unerlässlich. Wenn Erwachsene mit Kleinkindern sprechen, nutzen sie oft intuitiv eine Art des Sprechens, die die Aufmerksamkeit der Kinder steigert. Diese sog. kindgerichete Sprache (infant-directed speech, IDS) zeichnet sich – im Vergleich zur Sprache zwischen Erwachsenen (adult-directed speech, ADS) – beispielsweise durch einfachere und kürzere Sätze, langsameres Sprechtempo, hyperartikulierte Vokale, höhere und stärker variierende Intonation und mehr Varianz in der Stimmqualität aus. Die erhöhte Aufmerksamkeit für kindgerichtete Sprache im Vergleich zur erwachsenengerichteten Sprache deutet darauf hin, dass Kleinkinder kindgerichtete Sprache bevorzugen, wie im ManyBabies Projekt, an dem auch unser Babysprachlabor beteiligt war, vor kurzem bestätigt wurde (ManyBabies Consortium 2020).
Bei der Untersuchung des Spracherwerbs ist der Einsatz und der Nutzen von IDS schon seit vielen Jahren einer der Forschungsschwerpunkte. In unserer aktuellen Studie untersuchen wir, ob/ wie sich die heutige Generation von Eltern hinsichtlich der Anwendung von IDS von den Ergebnissen früherer Studien unterscheidet, ob sich also der Gebrauch von IDS über die Jahre hinweg verändert hat. Zusätzlich interessiert uns, ob Sprecher von verschiedenen Varietäten des Deutschen (z.B. Standard und Alemannisch) verschiedene Gewohnheiten bei der Interaktion mit ihren Kindern haben.

Wie untersuchen wir das?

Für diese Studie interessieren uns vor allem natürliche Interaktionen zwischen Eltern und ihren Kindern. Diese unterscheiden sich oft stark von Interaktionen unter „Laborbedingungen“. Um solche natürlichen Aufnahmen zu erhalten, bitten wir Familien mit einem unserer mobilen Rekorder zu Hause Alltagssituationen aufzunehmen (z.B. beim Spielen, Wickeln, Vorlesen einer Geschichte, usw.).

Warum sollte ich teilnehmen?

Der natürliche Sprachgebrauch ist unter Laborbedingungen nur schwer zu erforschen. Daher sind wir explizit auf Aufnahmen aus Ihrer natürlichen Alltagsumgebung angewiesen. Mit Ihrer Teilnahme leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Spracherwerbsforschung. Vielleicht haben Sie sich ja auch schonmal gefragt, ob Sie anders mit Ihren Kindern sprechen als damals Ihre Eltern mit Ihnen, oder ob es Unterschiede in der kindgerichteten Sprache je nach Dialekt gibt. In der aktuellen Studie suchen wir Antworten auf diese Fragen.

Nach der Teilnahme erhalten Sie regelmäßig Informationen über unsere Forschungsergebnisse (wenn gewünscht).

Außerdem erhalten Sie von uns eine Aufwandsentschädigung.

Was brauche ich dazu?

- einen Recorder, den wir Ihnen zuschicken

- die Bereitschaft, alltägliche Situationen aufzunehmen, in denen Sie mit Ihrem Kind sprechen

Wie läuft die Teilnahme ab?

Wenn Sie gerne teilnehmen möchten, schicken wir Ihnen eine Rekorder zusammen mit einer Anleitung einer Einverständniserklärung und einen Fragebogen zu.

Wir bitten Sie, über zwei bis drei Tage, Aufnahmen von Alltagssituationen zu machen, in denen Sie mit Ihrem  Kind interagieren. Platzieren Sie den Rekorder hierfür einfach in Ihrer Nähe und sprechen Sie mit Ihrem Kind, wie Sie es sonst auch tun, als ob der Rekorder gar nicht da wäre. Selbstverständlich steht die Privatsphäre Ihrer Familie im Vordergrund. Deshalb steht es Ihnen frei zu entscheiden, wann und wie lange Sie das Aufnahmegerät laufen lassen.

Anschließend bitten wir Sie, uns das Gerät sowie die unterschriebene Einverständniserklärung und den ausgefüllten Fragebogen wieder zuzuschicken. Hierfür legen wir ein vorfrankiertes Rücksendeetikett bei.

Was passiert mit den Daten?

Die Aufnahmen werden anonymisiert gespeichert, verschlüsselt und auch verschlüsselt auf einen Server der Universität Konstanz hochgeladen, der passwortgeschützt ist und zu dem nur die engsten MitarbeiterInnen des Projekts Zugang haben. Hier können Sie unsere Datenschutzerklärung einsehen.

Ich möchte teilnehmen./ Ich habe noch Fragen.

Schreiben Sie uns enfach eine E-Mail an bsl@uni-konstanz.de

Literatur

ManyBabies Consortium (2020). Quantifying sources of variability in infancy research using the infant-directed speech preference. Advances in Methods and Practices in Psychological Science.

Cooper, R. P., & Aslin, R. N. (1990). Preference for infant-directed speech in the first month after birth. Child Development, 61, 1584-1595.