Projekte und Studien

Aktuelle Projekte

Die Rolle der Intonation im Spracherwerb

Leitung: Prof. Bettina Braun
Mitarbeit: Muna Schönhuber (geb. Pohl), Katharina Zahner (Doktorandin)

Der Spracherwerb beginnt schon, bevor Kinder überhaupt geboren werden. Bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft nehmen Föten gewisse Merkmale ihrer Muttersprache wahr. Die einzelnen Laute sind in dem, was zum Kind durchdringt, zwar noch nicht erkennbar, dafür aber prosodische Merkmale wie Sprachmelodie (Intonation), Rhythmus und Betonung. Dies erklärt, weshalb Neugeborene sehr empfänglich sind für prosodische Information. Unmittelbar nach der Geburt sind Säuglinge auch den Lauten ihrer Muttersprache ausgesetzt. Für deutsche oder schweizerdeutsche Babys sind die Laute wesentlich wichtiger als die Melodie oder der Rhythmus. Daher stellt sich die Frage, ab wann sie lernen, mehr auf Sprachlaute als auf den Rhythmus und die Sprachmelodie zu hören.

In diesem Projekt untersuchen wir zunächst, wie deutsche und schweizer Säuglinge im Alter von 6 und 10 Monaten die Melodie ihrer Muttersprache und die einer fremden Sprache verarbeiten und wie stark sie diese Information im Vergleich zu Lautinformation gewichten. Im zweiten Teil gehen wir der Frage nach, inwiefern die Sprachmelodie Kinder dabei unterstützt, einzelne Wörter aus dem ansonsten kontinuierlichen Sprachstrom herauszufiltern.

Die Methode, welche wir für die beiden Experimente verwenden, heißt Head Turn Preference Procedure . Diese Methode beruht auf der Tatsache, dass Kinder generell spannendere oder interessantere Dinge länger anschauen als weniger interessante. Das Kind sitzt während des Experiments auf dem Schoß eines Elternteils und hört unterschiedliche Sprachdateien, die von rechts oder von links präsentiert werden. Die Forscher analysieren anschließend die Blickdauer zu den verschiedenen auditiven Reizen.

Publikationen

  • Zahner, Katharina, Schönhuber, Muna, Grijzenhout, Janet & Braun, Bettina. 2016. Konstanz prosodically annotated infant-directed speech corpus (KIDS Corpus). Proceedings of the 8th International Conference on Speech Prosody. Boston, USA. (KIDS corpus online: KIDS corpus )
  • Zahner, Katharina, Muna Pohl & Bettina Braun. Accepted. Pitch accent distribution in German infant directed speech. Proceedings of Interspeech 2015. Dresden, Germany.
  • Zahner, Katharina, Muna Schönhuber & Bettina Braun. 2015. The limits of metrical segmentation: intonation modulates infants' extraction of embedded trochees. Journal of Child Language. DOI 10.1017/S0305000915000744.
  • Braun, Bettina, Muna Pohl & Katharina Zahner. 2014. Speech segmentation is modulated by peak alignment: Evidence from German 10-month-olds. Proceedings of the 7th International Conference on Speech Prosody. Dublin, Ireland.

Verbstellung, Morphosyntax und Prosodie im bilingualen Spracherwerb

Leitung: Prof. Janet Grijzenhout, Prof. Claudia Diehl
Doktorandin: Monika Lindauer

Der Fokus des Dissertationsvorhabens liegt auf Kindern, die sowohl eine Herkunftssprache, d.h. die Sprache der Eltern, die sie von Geburt an erworben haben, als auch die Umgebungssprache, d.h. die dominierende Sprache, die in der Gesellschaft gesprochen wird, erwerben. Solche Kinder sind von Geburt an oder wenige Jahre später der Umgebungssprache ausgesetzt. So handelt es sich um simultanen oder sukzessiven bilingualen kindlichen Spracherwerb. Die Menge des Inputs der Umgebungssprache steigt aber durch vermehrte Einbindung in die sozialen Strukturen des Aufnahmelandes mit zunehmendem Alter.

In unserer Studie sollen die Sprachkenntnisse und Erwerbsprozesse des Deutschen bei folgenden drei Gruppen untersucht und verglichen werden:

  • Simultan bilingualer Spracherwerb:
    Kinder, die von Geburt an Deutsch und Türkisch oder Deutsch und Italienisch gleichzeitig als Erstsprachen erworben haben
  • Sukzessiv bilingualer Spracherwerb/kindlicher Zweitspracherwerb:
    Kinder, die zuerst nur Türkisch oder Italienisch als Erstsprache und ab dem Alter von 3 bis 4 Jahren Deutsch erworben haben
  • Monolingualer Spracherwerb:
    Einsprachige Kinder, die Deutsch als Erstsprache erworben haben

Die Untersuchung der sprachlichen Kompetenz in syntaktischen, morphosyntaktischen und prosodischen Bereichen des Deutschen bei Kindern zwischen 3 und 9 Jahren soll Parallelen und Unterschiede zwischen den Erwerbsformen genauer aufzeigen. Um mögliche sensitive Phasen im Spracherwerbsprozess zu überprüfen, betrachten wir mehrere Altersgruppen unter Berücksichtigung des Alters bei Erstkontakt mit der deutschen Sprache. Der Vergleich von Kindern vor und nach dem Schuleintritt lässt zudem Rückschlüsse auf die steigende Input-Menge des Deutschen zu. Mittels eines sentence completion tests untersuchen wir die Verbstellung in Haupt- und Relativsätzen sowie die Verwendung des bestimmten Artikels. Artikelverwendung, Wortakzent und Silbenstruktur werden weiterhin durch eine Bildbeschreibung analysiert. Zusätzlich erheben wir in einem Eltern-Fragebogen soziolinguistische Faktoren, wie die Kontaktdauer mit dem Deutschen und das soziale Netzwerk des Kindes. Damit wollen wir herausfinden, wie die Menge und die Qualität des deutschen Inputs die Deutsch-Kompetenzen der Kinder beeinflussen.

Die Studie wird im Rahmen des EU-geförderten Projektes Advancing the European Multilingual Experience (AThEME)  durchgeführt.

Die Rolle von Dialekt für die kognitive Entwicklung

Leitung: Prof. Bettina Braun
Mitarbeit: Katharina Zahner

Worum es geht…

Kinder sind kleine Weltentdecker! Sie finden neue Dinge spannend – egal ob Kuscheltiere, Spielzeug, oder andere Reize wie z.B. Sprache oder Bilder. Sehen Kinder ein Bild auf einem Bildschirm, schauen sie in der Regel sofort gespannt auf das neue Objekt – bis dieses dann irgendwann langweilig wird und die Kinder beginnen, ihr Interesse davon abzuwenden. Das ist auch gut so, denn es gibt ja noch andere Dinge, die erkundet werden müssen. Der Verlauf der Abnahme des Interesses lässt Rückschlüsse auf die kognitive Entwicklung des Kindes zu. Aus entwicklungs-psychologischen Studien weiß man, dass Kinder, die mit mehreren Sprachen aufwachsen (z.B. Englisch und Chinesisch), sich in der Interessensabnahme von Kindern unterscheiden, die nur eine Sprache hören (Singh et al., 2015). In unserer Studie wollen wir nun herausfinden, ob Kinder, die mit mehreren Varietäten des Deutschen aufwachsen (z.B. Standard und Alemannisch), ein ähnliches Muster der Interessensabnahme zeigen wie bilinguale Kinder. Somit gibt unsere Studie Aufschluss über die Effekte des Dialektlernens auf die kognitive Entwicklung und kann zudem aufzeigen, ob Dialekte als „eigene“ Sprachen zählen oder ob verschiedene Varietäten einer Sprache zu einer Sprache gruppiert werden.

Wie wir das untersuchen…

Die Methode, die wir für diese Studie verwenden, nennt sich ‘Visual Habituation‘. Sie beruht auf der Tatsache, dass Kinder neuen Dingen länger ihre Aufmerksamkeit widmen als bereits bekannten Dingen. Wir nutzen diesen Sachverhalt, um die kognitiven Verarbeitungsmechanismen der Kinder – entsprechend ihrer Blickdauer – zu den verschiedenen visuellen Reizen zu analysieren. In dieser Studie messen wir, wie lange 6-Monate alte Babys ihre Aufmerksamkeit auf verschiedene Bilder richten. Während des Experiments sitzt das Kind auf dem Schoß der Mutter oder des Vaters und sieht zuerst ein Bild von einem Kuscheltier. Nimmt das Interesse des Kindes für dieses Bild ab, werden zwei Bilder gleichzeitig gezeigt: das bekannte Kuscheltier und ein neues. Die Blickmuster geben uns dann Aufschluss über das Interesse und somit über Verarbeitungsabläufe.

Literatur:

Singh, L., Fu, C. S. L., Rahman, A. A., Hameed, W. B., Sanmugam, S., Agarwal, P., Jiang, B., Chong, Y. S., Meaney, M. J., Rifkin‐Graboi, A., Team, G. R., & the, G. R. T. 2015. Back to basics: A bilingual advantage in infant visual habituation. Child Development, 86, 294-302.

Abgeschlossene Projekte

Many Babies Projekt – Präferenz für kindgerichtete Sprache

Leitung: Prof. Dr. Bettina Braun
Mitarbeit: Katharina Zahner, Nathalie Czeke

Wenn Erwachsene (oder auch ältere Kinder) mit Kleinkindern reden, verwenden sie eine bestimmte Art des Sprechens, die sog. kindgerichtete Sprache (infant-directed speech, IDS). Im Vergleich zur Sprache zwischen Erwachsenen (adult-directed speech, ADS) zeichnet sich IDS beispielsweise durch strukturell einfachere und kürzere Sätze, langsameres Sprechtempo, ausladende Intonationskonturen und steilere Tonhöhenanstiege aus. Vergangene Forschung konnte zeigen, dass Kleinkinder eine Präferenz für IDS im Vergleich zu ADS aufzeigen. Dies wird daran ersichtlich, dass Babys eben dieser kindgerichteten Sprache mehr/länger ihre Aufmerksamkeit widmen. In Kooperation mit Sprachlaboren auf der ganzen Welt wurde nun mit einheitlicher Methode und Sprachmaterial auf systematische Weise untersucht, ob sich diese Ergebnisse zur Wahrnehmung von IDS versus ADS bestätigen und breiter fundieren lassen. Mit dieser umfangreichen Datenerhebung lässt sich bestimmen, wie stabil individuelle Ergebnisse aus der Spracherwerbsforschung sind, die bereits in Studien mit kleineren Stichproben gefunden wurden. Des Weiteren erhalten wir einen genaueren Einblick, wie kulturelle, methodische und entwicklungspsychologische Faktoren die Präferenz für IDS beeinflussen.

Die Methode, die wir in unserem Labor für diese kolloborative Studie verwendet haben, nennt sich Head Turn Preference Procedure. Diese Methode beruht auf der Tatsache, dass Kinder generell spannendere oder interessantere Dinge länger anschauen als weniger interessante. Das Kind sitzt während des Experiments auf dem Schoß eines Elternteils und hört unterschiedliche Sprachaufnahmen, die von rechts oder von links präsentiert werden. Die Forscher analysieren anschließend die Blickdauer zu den verschiedenen auditiven Reizen. Insgesamt wurden 2329 Babys im Alter zwischen 3 und 15 Monaten in 67 Babysprachlaboren in 16 verschiedenen Ländern mit dieser oder zwei weiteren Methoden getestet (central fixation und eye tracking). Rund 150 WissenschaftlerInnen waren an diesem Kooperationsprojekt beteiligt. Dabei wurden in allen Laboren dieselben Stimuli aus dem gesprochenen amerikanischen Englisch verwendet.

Die Ergebnisse bestätigten, dass Babys in ihrer Wahrnehmung kindgerichtete Sprache gegenüber erwachenengerichteter Sprache bevorzugen. Die Präferenz für kindgerichtete Sprache ist am stärksten, wenn es sich dabei um die Muttersprache der Kinder handelt. Aber selbst, wenn die Kinder die kindgerichtete Sprache in einer für sie fremden Sprache hören, haben sie eine Präferenz gegenüber der erwachsenengerichteten Sprache. Mit zunehmendem Alter steigt die Präferenz für IDS. Unter den drei verwendeten Methoden zeigte sich die Präferenz für IDS am stärksten in der Head Turn Preference Procedure, die auch in unserem Labor verwendet wurde.

Durch die sehr hohe Anzahl von getesteten Babys in verschiedenen Ländern der Welt ist dieses Projekt bisher einzigartig. Das Projekt ebnet den Weg für weitere Studien mit denselben standardisierten Methoden, was eine hohe Vergleichbarkeit schafft. Die Materialien und Daten der Studie sind für weitere Studien frei zugänglich. Die Ergebnisse liefern darüber hinaus genaueres Wissen darüber, wie die Präferenz für kindgerichtete Sprache auch mit der Dauer und der Art des Inputs zusammenhängt. Damit ist das Many Babies Projekt nicht nur methodisch, sondern auch inhaltlich von großer Bedeutung für die Spracherwerbsforschung.

Literatur

  • ManyBabies Consortium (in press). Quantifying sources of variability in infancy research using the infant-directed speech preference. Advances in Methods and Practices in Psychological Science.
  • Cooper, R. P., & Aslin, R. N. (1990). Preference for infant-directed speech in the first month after birth. Child Development, 61, 1584-1595.

Perzeption phonologischer Kontraste

Leitung: Prof. Janet Grijzenhout
Doktorandin: Muna Schönhuber (geb. Pohl)

Das Projekt "Erwerb lexikalischer phonologischer Kontraste"  untersucht den Erwerb von Lautkontrasten im Deutschen und im Schweizerdeutschen und befasst sich speziell mit den Plosiven beider Sprachen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Wir sind daran interessiert, wie Babys feine, aber wesentliche Lautkontraste wahrnehmen, wie etwa im Wortpaar 'Paar' – 'Bar'. Das Deutsche unterscheidet zwischen aspirierten und nicht-aspirierten Plosiven; im Schweizerdeutschen findet man hingegen keinen laryngalen, sondern einen quantitativen Kontrast: Hier wird zwischen langen und kurzen Plosiven unterschieden. Wir testen, welche phonetischen Informationen Säuglinge im Sprachsignal wahrnehmen und zum Aufbau eines muttersprachlichen Phoneminventars verwenden.

Dabei sind wir vor allem an der Entwicklung der frühkindlichen Lautwahrnehmung interessiert. Gängige Theorien gehen davon aus, dass Neugeborene und Babys bis zu einem Alter von ca. 8 Monaten (fast) alle Lautkontraste unterscheiden können – unabhängig davon, ob diese Laute für die Muttersprache relevant sind oder nicht. Im Laufe des ersten Lebensjahres passt sich die Wahrnehmung zunehmend an die Muttersprache an, so dass mit 10-12 Monaten nur noch die Lautkontraste unterschieden werden, die in der eigenen Muttersprache von Bedeutung sind.

Im BSL untersuchen wir, ob im sehr frühen Spracherwerb (zwischen 6 und 8 Monaten) deutsche und schweizerdeutsche Babys sowohl ihre jeweils muttersprachlichen Kontraste (den laryngalen Kontrast im Deutschen und den Quantitätskontrast im Schweizerdeutschen) als auch die jeweils nicht-muttersprachlichen Kontraste unterscheiden können.

Des Weiteren testen wir, ob bei älteren Babys (zwischen 10 und 16 Monaten) das Wahrnehmungsvermögen für die nicht-muttersprachlichen Kontraste nachgelassen hat. Wir möchten also herausfinden, ob die im Deutschen relevanten laryngalen Kontraste von schweizerdeutschen Kindern ab einem Alter von 10 Monaten nicht mehr wahrgenommen werden und umgekehrt, ob die deutschen Babys mit der Unterscheidung der für ihre Sprache irrelevanten schweizerdeutschen Längenkontraste Schwierigkeiten haben.
Für alle Tests wird die Switch-Methode  verwendet.

Das Projekt "Acquisition of Lexical Phonological Contrasts"  ist unter der Leitung von Janet Grijzenhout  im Rahmen des ehemaligen SFB 471 'Variation und Entwicklung im Lexikon'  entstanden und wurde zunächst über Fördergelder der DFG finanziert. Bis zum Abschluss 2011 wurde das Projekt außerhalb des SFB weitergeführt.

Publikationen

  • Pohl, Muna. 2011. The perception of laryngeal and length contrasts in early language acquisition. Ph.D. dissertation, University of Konstanz.
  • Pohl, Muna & Janet Grijzenhout. 2010. Phrase-medial bilabial stops in three West-Germanic languages. Linguistische Berichte 222. 141-167.
  • Pohl, Muna & Janet Grijzenhout. 2009. The perception of laryngeal and length contrasts in stops by German infants and their parents. In G.M. Socarras (ed.), Philological Explorations, 31-46. Athens: Atiner.

Sprachlaute und Silben in unterschiedlichen Satzmelodien

Leitung: Prof. Janet Grijzenhout
Doktorandin: Anne Gwinner

Das Projekt "Erstspracherwerb von Sprachlauten und Silben in unterschiedlichen Satzmelodien des Deutschen" ist in zwei Studien unterteilt.

Eine Wahrnehmungsstudie erforscht, ob Kleinkinder im Alter von 18, 27 und 36 Monaten zwischen komplexen und einfachen Wortanfängen unterscheiden können. Frühere Studien haben gezeigt, dass Kinder manchmal Schwierigkeiten haben, Konsonantenfolgen, wie in 'Brot' auszusprechen. Dies wird gelöst durch das Weglassen eines Konsonants ('Brot' wird zu 'Boot'). Man könnte daraus schließen, dass Kinder keinen Unterschied zwischen 'Brot' und 'Boot' hören, aber das ist nicht der Fall. Zeigt man ihnen Bilder zu den beiden Wörtern und fordert sie auf, das Boot zu suchen, schauen Kinder länger zu der Abbildung eines Boots als zu einem Brot. In unserer Studie werden wir den Kindern Wortpaare präsentieren, die sich nur in der initialen Konsonantenfolge unterscheiden ('Knopf' – 'Kopf'), sowie Wörter, die einen kleinen Aussprachefehler haben (z.B. 'Kräse' statt 'Käse' oder 'Gelas' statt 'Glas'). Uns interessiert nun, ob deutschsprachige Kinder im Alter von 18, 27 und 36 Monaten die Aussprachefehler als ähnlich gravierend einstufen und ob sich eine sprachliche Entwicklung feststellen lässt.

Eine Produktionsstudie untersucht, wie Kindergartenkinder die Melodie von Sätzen im mentalen Lexikon speichern. Dabei interessiert uns besonders, wie viel morphologisches Detail Kinder wiedergeben. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass Kinder ein rhythmisches Muster aus abwechselnd betonten und unbetonten Silben lieber hören als andere rhythmische Muster. Uns interessiert nun, ob Kinder unbetonte Silben weglassen, weil sie sie als unbedeutend erachten oder weil sie aus dem Betonungsmuster fallen. Darüber hinaus möchten wir untersuchen, ob unbetonte Silben gleich behandelt werden, oder ob Kinder Unterschiede machen zwischen Funktionswörtern (Artikel), schwachen Silben (z.B. Gesicht) und Präfixen, die eine grammatische Rolle tragen (z.B. gelaufen). Dafür möchten wir die Wort- und Satzproduktion von Kindergartenkindern, die monolingual Deutsch und bilingual Deutsch-Italienisch aufwachsen, testen. Diese beiden Sprachen ergeben einen interessanten Vergleich, da es im Deutschen andere Satzmelodien gibt als im Italienischen, das Deutsche jedoch komplexere Wortanfänge erlaubt als das Italienische.

Für die Wahrnehmungsstudie mit den Kleinkindern benutzen wir das Preferential Looking Paradigm. Für die Produktionsstudie mit den Kindergartenkindern verwenden wir den 'Word-elicitation-task', bei dem mit Hilfe von Bilderbüchern und Puppen spezielle Wörter und Sätze von Kindern geäußert werden sollen.